Nach einem Wasserschaden muss es schnell gehen. Um das Schadensausmaß so gering wie möglich zu halten sollte als Sofortmaßnahme die Raumluftfeuchte gesenkt werden. Dadurch können die betroffenen nassen oder feuchten Gebäudebestandteile oberflächlich abtrocknen. Ohne diese Sofortmaßnahmen und eine verzögerte Trocknung vermehren sich häufig schon nach wenigen Tagen Schimmel und Bakterien.Diese Keime haben optimale Bedingungen um sich zu vermehren und Ihr Schadensausmaß wird dadurch schnell größer. 

Sofortmaßnahmen:

  • Wasser absaugen
  • Möbel hochstellen (z.B. auf Styroporklötze)
  • Oberflächenverkeimung, Schimmel etc. Fachmännisch entfernen
  • Kondenstrockner aufstellen und somit die Raumluftfeuchte senken

Raumtrocknung

Nehmen Sie einen Wasserschaden nicht auf die leichte Schulter, auch Wochen nach dem Schaden kann erhöhte Feuchtigkeit in Wänden, Böden oder Decken zu Schimmelbildung, Verfärbung von Oberflächen und zu Zerstörung führen.

Dämmschichttrocknung: Welche Verfahren gibt es und welches ist das richtige?

Das Problem: Nach einem Wasserschaden ist es sehr häufig der Fall, dass in die Dämmschicht unter dem Estrich Wasser eindringt. Dieses Wasser trocknet auf natürlichem Wege nur sehr langsam und meist gar nicht ohne eine technische Trocknung aus. Aber welches Verfahren ist das richtige?

Wasser im Estrich
Wasser im Estrich

Das „Saugverfahren“ auch „Unterdruckverfahren“

Das Unterdruckverfahren (auch Saugverfahren genannt) ist das am weitesten verbreitete Dämmschichttrocknungsverfahren in Deutschland.

Funktionsweise

Absaugen von Luft aus der Dämmschicht.
Eintritt der Raumluft (nur Raumtemperatur) durch die geöffneten Dehnfugen.

Vorteile:

  • Einfach aufzubauen.
  • Die abgesaugte Luft kann sehr leicht gefiltert oder nach außen abgeleitet werden.
  • Geringe Gefahr der Kontamination von Raumluft durch Keimbelastungen.

Nachteile:

  • Selten zerstörungsfrei, da mindestens alle 5m² eine Bohrung durch den Estrich gesetzt werden muss.
  • In der Dämmschicht wird ein Unterdruck erzeugt, dadurch wird der Estrich auf die Dämmung gesaugt, die Luft kann dadurch nicht optimal zirkulieren.
  • Die Raumluft wird durch Entlastungsöffnungen oder den Randdämmstreifen eingesaugt, die Raumluft hat selten höhere Temperaturen als 25°C bis 30°C.

    Dadurch hat die eingesaugte Luft nur eine geringe Aufnahmekapazität für Feuchtigkeit.

Das Überdruckverfahren

Das Überdruckverfahren war das erste Verfahren am Markt, welches für Dämmschichttrocknungen eingesetzt wurde. Der Gründer von DÖLCO Alfred Dörle gibt an, der Erfinder dieses Trocknungsverfahrens zu sein. Bei DÖLCO wurde dieses Verfahren zum ersten Mal in den 1970er Jahren angewandt. Zu dieser Zeit war es noch üblich den Estrich und die Dämmung rückzubauen da Trocknungsverfahren noch weitgehend unbekannt waren.

Funktionsweise

Einfluten von Luft mittels Überdruck Verdichtungsaggregaten in die Dämmschicht
Austritt der Luft durch die geöffneten Dehnfugen.

Vorteile:

  • Einfach aufzubauen.
  • Sehr effizient und schnell da die Luft optimal zirkuliert, zwischen Estrich und Dämmung bildet sich ein Luftpolster.
  • Warme Zuluft mit ca. 55°C bis 60°C hat eine sehr hohe Aufnahmekapazität für Feuchtigkeit.
  • Mit dem von DÖLCO patentierten Verdichtungsaggregat VMD kann Desinfektionsmittel in die Zuluft dosiert werden.
  • Es ist eine Bohrung auf ca. 25m² notwendig oder über Schlitzdüsen im Eckschiebeverfahren zerstörungsarm möglich.

Nachteile:

  • Luft tritt unkontrolliert über den Randstreifen in den Raum aus und etwaige Keimbelastungen können sich unkontrolliert in den Räumen verteilen.

Das Hermetik Schiebe-Zug Verfahren

Das Schiebe-Zug Verfahren ist ein sehr weit entwickeltes Trocknungsverfahren das die Vorzüge des Überdruckverfahrens sowie die Sicherheit des Saugverfahrens in sich vereint.

Funktionsweise

Warme trockene Luft wird mittels Überdruckaggregat in die Dämmschicht eingeflutet und auf der gegenüberliegenden Raumseite wieder abgesaugt
Die Abluft wird durch HEPA-Filter wieder gereinigt und in den Raum entlassen oder nach außen abgeleitet.

Vorteile:

  • Zerstörungsfreie Trocknung über Randfugendüsen / Schlitzdüsen möglich.
  • Auch hier ist die Warme Zuluft mit ca. 55°C bis 60°C genutzt und dadurch auch die hohe Aufnahmekapazität für Feuchtigkeit.
  • Mit dem von DÖLCO patentierten Verdichtungsaggregat VMD kann Desinfektionsmittel in die Zuluft zudosiert werden.
  • Die abgesaugte Luft kann sehr leicht gefiltert oder nach außen abgeleitet werden
  • Geringe Gefahr der Kontamination von Raumluft durch Keimbelastungen.
  • Durch das Abdichten des Randstreifens durch ein Luftdichtes Dichtband entsteht. gleichzeitig eine dauerhaft elastische Versiegelung der Dämmschicht somit ist auch bei einer etwaig vorliegenden Keimbelastungen kein Austritt von Sporen und Mykotoxinen im Anschluss an die Trocknungsmaßnahme möglich.

Nachteile:

  • Es werden auch bei kleinen Flächen zwei Verdichtungsaggregate benötigt.
  • Beim Aufbau wird geschultes Fachpersonal benötigt die dieses spezielle Verfahren beherrschen.
  • Der Aufbau dauert etwas länger, da eine sehr akribische Arbeit beim Eindichten der Schlitzdüsen und beim Abdichten des Randstreifens notwendig ist.

Wandtrocknung

Unsere Entfeuchtungssysteme sind besonders leise und energieeffizient.

Infrarotwärmeplatte

Mittels einer Infrarotwärmeplatte wird in der obersten Schicht der feuchten Wand Wasser verdampft. Durch die Kapillare des Baustoffes kann vom inneren der feuchten Wand Wasser nachziehen. Es entsteht ein Kapillarsog. Dieser sollte unter keinen Umständen abreißen da sich ansonsten die Trocknungszeit vervielfacht. Optimalerweise werden die Infrarotwärmeplatten in einem Temperaturbereich von 90°C bis 100°C betrieben und über einen Intervallschalter abwechselnd betrieben und pausiert, um dem Baustoff wieder Zeit zu geben Feuchtigkeit in die oberen Schichten nachziehen zu lassen. 

Die Infrarottrocknung ist eine gute Möglichkeit, Trocknungen an stark durchfeuchteten Teilbereichen stark zu beschleunigen.

Luftentfeuchter:

Mittels eines Luftentfeuchters.